05.12.2015

Das Fluchttier Pferd - Angst und Panik

Die Amygdala oder die Mandelkerne


Noch ein Wort zu einem Gehirnareal, das eine besondere Rolle bei der Arbeit mit den Pferden spielt.
http://www.borderlinezone.org/gehirn/gehirn.htm
Die Amygdala liegt im mittleren Teil des Gehirns und tritt paarig auf. Sie wird auch als Mandelkern bezeichnet und ist Teil des limbischen Systems. 
Sie ist im Wesentlichen für die Wiedererkennung und Bewertung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren und den daraus entstehenden emotionalen Mechanismen verantwortlich. So steuert der Mandelkern z.B. Furcht oder Aggressionen.
In jeder Situation in der das Pferd (gleich wie beim Menschen) sich befindet, gleicht der Mandelkern Informationen ab, die früher schon einmal erlebt wurden. So werden z.B. traumatische Erlebnisse in der Amygdala abgespeichert. Tritt eine ähnliche Situation auf, erkennt sie diese und schlägt "Alarm", indem sie beispielsweise Stresshormone wie Adrenalin oder Noradrenalin ausstößt und das Tier in Fluchtbereitschaft versetzt.
Dabei spielt die Vernetzung im Gehirn eine wesentliche Rolle. So ist das sog. rationale Denken fest im Großhirn verankert. Die Meldungen von der Amygdala zum Großhirn sind um ein vielfaches schneller als andersherum.
Dadurch lernt das Gehirn schneller auf Gefahren zu reagieren, indem der Mandelkern blitzschnell reagiert, noch bevor es zum rationalen Denken kommt.
Die Stressmeldungen vom Mandelkern zum Gehirn gleichen einer 6-spurigen Autobahn, der Weg vom rationellen Denken ist gerade mit einem Feldweg vergleichbar
Der Mandelkern lernt immer und laufend dazu (Dieses ist im Grunde auch der Ansatzpunkt einer Psychotherapie beim Menschen). D.h. nicht nur auf Stressereignisse zu reagieren, sondern auch auf Situationen, die entspannt erlebt wurden.
(Wenn wir an einem bestimmten Ort eine schöne, entspannte Zeit erlebt haben so ist die
Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir beim nächsten Besuch dieses Ortes eine gleiche oder ähnliche Entspannung erleben). Die Amygdala speichert das positive Empfinden ab.
Dies ist die Chance bei der Arbeit mit dem Pferd. "Furchteinflößende Situationen" (wie z.B.: die berühmte gefährliche Ecke im Viereck oder in der Halle) werden aufgegriffen und neu positiv belegt. Dies kann durch Konfrontation, pos. Verstärkung und  Begleitung durch die Situation sein.
So werden Angstsituationen mit positiven Erlebnissen neu belegt, sodass unsere Partner Pferde seine Furcht verliert und lernt uns zu vertrauen.