15.05.2016

Buchstabensalat

Irgendwer hat irgendwann die Reitplätze dieser Welt mit Buchstaben versehen - wieso, weshalb, warum, darüber kann nicht einmal das sonst so schlaue Wikipedia Auskunft geben. 
Offensichtlich ist, dass es sich um eine Handvoll Buchstaben vom Anfang des Alphabets handelt, die dann aber leider irgendwie doch sehr willkürlich (oder kreativ, je nach Blickwinkel und Gutwill des Betrachters) über das gesamte Viereck verteilt wurden. 
Was das Warum betrifft, lässt sich vermuten: Der Überblick über eine mehrköpfige Abteilung wird für den Reitlehrer massiv erleichtert, wenn alle zweifelsfrei (theoretisch) wissen, wo und wann sie genau was machen sollen. Und Richter können so ein eindeutiges Gefühl dafür entwickeln, ob der Reiter sein Pferd auf den Punkt genau dirigieren kann, oder ob doch das Pferd, das weder lesen kann noch die Prüfungsaufgabe auswendig gelernt hat, in Sachen wo - wann - was die sprichwörtlichen Hose anhat.
Für den Reiter machen die Buchstaben dann Sinn, wenn er gerne punktgenaues Reiten üben möchte - das geht theoretisch wie praktisch aber freilich auch ohne "Literatur" an Hallenwand oder Viereckumzäunung. 

Also stellt sich mir die Frage, was man sonst noch mit den Buchstaben anfangen könnte, wenn sie denn schonmal vorhanden sind.

Für Kinder, die mit dem Reiten beginnen, bevor sie lesen können, gibt es die Variante, Bilder unter die Buchstaben zu pinnen. Dann reiten sie beispielsweise keinen Diagonalwechsel von K zu M, sondern von der Katze zur Maus. Die Bilder sind übrigens auch bei Kindern, die bereits mit dem Alphabet vertraut sind, sehr beliebt und lockern den Unterricht eindeutig auf.

Für alle, die eindeutig nicht mehr zur Gruppe der Volksschulkinder zu zählen sind, muss es aber deswegen keineswegs bei den eintönigen Buchstaben bleiben:
Wie wäre es, wenn wir beim Warmreiten/-führen jedem Buchstaben ein Wort zuordnen würden? Beispielsweise etwas aus dem Bereich, dem wir heute unsere besondere Aufmerksamkeit während des gemeinsamen Trainings widmen wollen. Oder Begriffe, die uns in unserem Reiten weiterbringen und uns an unsere ausbaufähigen Punkte erinnern sollen. Oder auch Worte, die unsere Einstellung zum Pferd während der gemeinsamen Zeit widerspiegeln. 
Für die standardmäßigen acht Buchstaben könnte das zB so aussehen:
A - Atmung
K - Körpergefühl
E - Einheit
H - Hinhören  
C - Centaur [da muss man ein wenig tricksen ;)]
M - Miteinander
B - Balance
F - Fokus

Der Kreativität sind in dem Zusammenhang keine Grenzen gesetzt und erlaubt ist, was gefällt. Wichtig zu wissen ist, dass Worte Bilder in unserem Kopf bzw (Bewegungs)Gefühle in unserem Körper entstehen lassen und das wiederum wirkt sich positiv auf unsere Zusammenarbeit mit dem Pferd aus.
Ist der Trainer da, kann man in Absprache mit ihm Begriffe festlegen, die er im Lauf der Stunde immer wieder in Erinnerung rufen kann, wenn man am entsprechenden Buchstaben vorbeireitet.
Viel Spaß beim Experimentieren!


Njörður & Dani bei M wie 'Miteinander'