2016 war ein im wahrsten Sinn des Wortes lehrreiches Jahr für mich: Im Frühjahr habe ich einen neuen Job angetreten, was eine intensive Einschulungs- und Lernphase mit sich brachte. Lernen durfte ich auch in Sachen Pferd, unter anderem auf diversen Kursen. Und natürlich tagtäglich von meinen eigenen Vierbeinern.
Hier ein kurzer Rückblick auf die Highlights von 2016:
~ Cranio Sacrale Balance ~
Seit meine Pferde die ersten Behandlungen mit dieser Methode vor rund 8 Jahren bekommen haben, bin ich davon fasziniert. Lange ist der Wunsch in meinem Kopf herumgespukt, das selbst auch lernen zu wollen. Die "große" 3jährige Ausbildung, die in Österreich angeboten wird, war mir aber immer zu kostenintensiv, da ich nicht vorhatte, das jemals hauptberuflich zu machen. Der Versuch vor einigen Jahren, das ganze in Wochenendkursen zu lernen, war ziemlich frustrierend und so habe ich mein Vorhaben vorerst auf Eis gelegt.
Bis ich heuer auf die Kursreihe von Barbara Quiehl-Masmeier gestoßen bin. Nach einigem Hin und Her habe ich dann bei ihr einen zweiten Versuch in Sachen Wochenend-Lehrgang gewagt. Und wer wagt, der gewinnt manchesmal auch. Ich habe in dem Fall den Jackpot geknackt und drei intensive, lehrreiche, praxisorientierte Wochenenden mit einer tollen Truppe von Gleichgesinnten und einer fachlich absolut fundierten Ausbildnerin genossen.
~ Die Zeit der roten Stute ~
Mein Herr Freund ist passionierter Jagdreiter, seine Stute Naira daher ein erfahrenes Jagdreitpferd, das aber auch auf Vielseitigkeits- und Springturnieren eine gute Figur macht.
Auf das Jagdreiten habe ich immer schon geschielt, und wenn mein Listi jünger gewesen wäre, hätte ich es mit ihm bestimmt auch einmal gewagt. Allerdings habe ich kaum Erfahrung im "richtigen" Springreiten, weil das bei den Islandpferden eher stiefmütterlich behandelt wird. Leichter Sitz ja, aber der Rest war eher immer "Augen zu und drauf los". Hat immer gut geklappt, aber richtiges Springen geht doch anders.
Nachdem für Juni dieses Jahres erstmals seit langem wieder eine Damenjagd bei uns in der Nähe ausgeschrieben war, die mein Herr Freund naturgemäß nicht mitreiten konnte, war es naheliegend, Springunterricht und Jagdreiten zu kombinieren. Also haben wir im Frühjahr mit dem Training begonnen - ich habe Angst-Überwinden & Springen geübt, mein Herr Freund und seine Stute haben Geduld-Behalten trainiert. Denn die Frau Pferd geht seit heuer immerhin L-Bewerbe, da waren die kleinen Hüpfer mit mir doch eher unter ihrer Würde. Leider musste die Jagd aufgrund der grassierenden Herpes dann doch kurzfristig abgesagt werden.
~ Maren Diehl ~
Der Kurs bei Maren Diehl war mein persönliches Ostergeschenk an mich selbst. Ich wäre eigentlich schon gerne bei ihrem ersten Kurs in Österreich 2015 dabei gewesen, aber damals war das aus verschiedensten Gründen nicht möglich. Also habe ich mit ihren Büchern vorlieb genommen und sie halt nochmal gelesen. Gut Ding braucht eben manchesmal ein bisschen Weile - auch wenn ich das mit der Weile und der Geduld nicht so gut kann. Muss ich eindeutig noch üben.
Jedenfalls war es heuer dann endlich so weit und ich durfte Maren live erleben. Meiner Meinung nach gehört sie eindeutig zu den wenigen Leuten, deren Aussagen über Pferdetraining maßgeblich sind, auch wenn man sich zuerst mal einen ziemlichen Knoten in sein Hirn denkt. Maren gehört gehört.
| Foto by Angela Brückl @ Horse&Spirit Festival |
~ Horse&Spirit Festival ~
Seit Ulrike Dietmann vor ein paar Jahren begonnen hat, Workshops in Österreich zu halten, bin ich dabei, und als dann einmal die Rede vom Horse&Spirit Festival war, das sie zusammen mit Gleichgesinnten ins Leben gerufen hat, war ich fasziniert und wollte diese zwei Tage der Gemeinschaft mit Pferden unbedingt einmal miterleben. Der Haken an der Sache war bis jetzt immer, dass das ganze in Deutschland und damit nicht grade ums Eck stattfindet. Zug und Flugzeug sind als anreisetechnisch zu mühsam ausgeschieden, und alleine so weit mit dem Auto fahren wollte ich nicht.
Heuer war es mir erstmals bedingt durch meinen neuen Job nicht möglich, an Ulrikes Workshop im Herbst teilzunehmen, also hat mein Herr Freund kurzerhand angeboten, mit mir im Sommer auf das Festival zu fahren. Für mich ist damit ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen, und während er sich mitsamt seinem Hundefräulein in der Gegend um Heimsheim vergnügt hat, konnte ich zwei unvergessliche Tage im wunderschönen Barockreitzentrum von Elke Wedig erleben.
| Ulrike, Maxim & ich Foto by Angela Brückl |
~ Fotoshooting '20 Jahre Listi & Dani' ~
Mit manchen Vorhaben wartet man so lange, bis es fast zu spät ist. Das Fotoshooting anlässlich unseres Jubiläums war so ein Vorhaben, für das es am Ende beinahe zu spät gewesen wäre.
2015 haben Listi und ich unser 20jähriges Jubiläum gefeiert und zu diesem Anlass wollte ich mir einmal schöne professionelle Fotos von uns beiden gönnen. Aber irgendwie kam in diesem verhexten Jahr immer etwas dazwischen und so wurde das Shooting auf 2016 verschoben. Und da wiederum vom Frühjahr auf Herbst. Aber dann endlich hat alles gepasst - ich habe im Frühjahr bei den Cranio-Kursen Bettina kennengelernt, die mit viel Gefühl wunderschöne Fotos nicht nur von Vierbeinern macht. Nachdem ich ihre Fotos gesehen habe und die Chemie auch so zwischen uns gestimmt hat, wusste ich, wer uns fotografieren wird. Die Fotos sollten keine gestellten Szenen zeigen, sondern einfach unser Zusammensein und unsere Verbundenheit während eines Spazierganges durch den Wald einfangen. Es war wunderschön, mit Bettina und Listi diese Stunden im Wald zu verbringen und ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Für mich waren die Bilder jedenfalls ein unglaublich tolles Geschenk und jedes Mal, wenn ich sie mir anschaue, bin ich mit Listi wieder im Wald unterwegs. Danke Bettina!
~ run free ~
Wir waren 21 Jahre zusammen, Listi und ich. Welche Worte sind die richtigen für den Tod eines Freundes und Lebensgefährten, wie schreibt man über den Schmerz und die Leere? Ich weiß es immer noch nicht.
Ein kleiner Trost ist, dass Listi in seinem Zuhause sterben durfte, begleitet von seinem besten Freund Njörður und umgeben von den Menschen, die ihn sein ganzes Leben über geliebt haben.
~ Njörður ~
Nach einem eher schwierigen 2015 haben Njörður und ich uns heuer vor allem darum bemüht, die Scherben aufzusammeln und Schadensbegrenzung zu betreiben. Es wird mit Sicherheit noch dauern, aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg, wieder Freunde werden zu können.
Und wir üben. Manchesmal, wenn ich mich konzentriere und alles richtig mache, gelingt uns auch etwas. Anfang des Jahres konnten wir noch mit den blau-gelben Dualaktivierungsgassen spielen (meine Lieblingsfigur: das Kreuz), auf die wir jetzt allerdings leider verzichten müssen, weil sie mitsamt ihren Besitzern den Stall gewechselt haben. Ich habe statt dessen vermehrt Langzügel-Arbeit in unser Repertoire aufgenommen, wofür Njörður allerdings nur mäßige Begeisterung aufbringen kann: dass ich dabei hinter ihm gehe, behagt ihm so gar nicht.
Tapferkeit hat er bewiesen, als er Listi auf seinem letzten Weg begleitet hat. Und auch jetzt, nach Listis Tod, ist er beeindruckend stark und stellt sich der Herausforderung - ich hätte nicht gedacht, dass er sich so schnell mit der neuen Situation arrangieren würde.
Er ist bewundernswert, mein kleines Insel-Pferd, und ich hoffe, dass ich ihm gerecht werden kann.
Das war also im Großen und Ganzen mein 2016. Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich habe gelernt und manches wieder vergessen, kurz: ich habe gelebt.
Und das gleiche wünsche ich mir für 2017.









