Erinnert sich noch jemand an das "wir spielen Pferd" aus der eigenen Kindheit? Ich wohl. Meine Freundinnen und ich konnten das stundenlang spielen, dabei waren wir gleichzeitig Reiter und Pferd und sind so ganze Unterrichtsstunden oder Turniere "geritten". Sogar kleine bunt bemalte Hindernisse hatten wir...
Was ich als Kind noch nicht wusste, mir aber später immer wieder aufgefallen ist: dass ich durch diese Spiele ein besseres Bewegungsverständnis von Pferd und Reiter bekommen habe, mein Körper war geschmeidiger und ich konnte mir die für eine Lektion notwendigen Bewegungsabläufe besser vorstellen und auch im eigenen sowie im Körper des Pferdes fühlen.
Entsprechend begeistert war ich, als mir Silke Hembes Buch "Reiten erschreiten" vor kurzem in die Hände gefallen ist. Das ist quasi "Pferd spielen" für Erwachsene - und das soll jetzt keinesfalls abwertend gemeint sein!!
Gerade für Erwachsene ist das Erlernen neuer Bewegungsabläufe oft eine Herausforderung, die mit dem Zwischenschritt auf dem Boden deutlich erleichtert werden kann.
Und Silke Hembes bleibt ja keineswegs die ganze Zeit am Boden: nachdem man sich dort das Wesentliche erarbeitet und erspürt hat, schickt sie einen in den Sattel, um nahtlos weiterzumachen. Bei ihr läuft Reiten lernen wirklich über alle Sinne, denn ihr Konzept lautet:
1. Visualisieren
2. Beobachten
3. Erschreiten
4. Erreiten
5. Reflektieren
Ein schöner Zugang zum Reiten lernen, der nicht nur Kindheitserinnerungen weckt.
Ich finde, das Buch sollte vor allem im Regal von Ausbildnern nicht fehlen.
