21.12.2016

HorseFriendShip-Adventkalender 2016 - 21. Türchen


Dressur und Natural Horsemanship* werden gemeinhin als zwei verschiedene Bereiche mit wenig bis kaum Berührungspunkten angesehen. Die "Stockerlschwinger" werfen den Dressurreitern vor, rigide Lektionen zu strebern, während die "Sandkastlreiter" ihrerseits die mangelnde Gymnastizierung der Pferde, die rein nach Natural Horsemanship-Methoden gearbeitet werden, kritisieren.
Viele namhafte Parelli-Trainer sind sich dessen bewusst geworden und haben im System der Légèreté eine Möglichkeit gefunden, entsprechenden Ausgleich zu schaffen.

Karen Rohlf kommt von der anderen Seite: Sie hat sich zuerst rund 20 Jahre dem Dressurreiten verschrieben und war bis in die höchsten Klassen erfolgreich auf Turnieren unterwegs. Dann erst kam sie zu Pat und Linda Parelli, um dort die Grundsätze des Natural Horsemanship zu lernen. Schlussendlich hat sie aus beiden Welten das vereint, was ihr wichtig war. Und so entstand ihr Konzept von "Dressage naturally".

Der Zugang, den Karen Rohlf damit zum Dressurreiten schafft, ist erfrischend und inspirierend. Und nein, man muss kein begeisterter Anhänger der Parelli-Fraktion sein, um ihre Ideen und Konzepte in die eigene Arbeit mit dem Pferd integrieren zu können. Andererseits muss man aber auch kein eingefleischter Dressurreiter sein mit Ambitionen bis Piaffe und Passage.
Aber man sollte schon Lust haben, über den Tellerrand zu schauen.

Karen über ihr Buch: 
'Dieses Buch ist das Ergebnis meiner Erfahrungen in zwei auf den ersten Blick ganz unterschiedlichen Bereichen: Dressur und Natural Horsemanship. Ich möchte die Lücke zwischen diesen beiden Welten schließen. Die Wahrheit liegt immer in der Mitte. In beiden Bereichen existiert Wissen, das uns zu unserem gemeinsamen Ziel führen kann: Der Würdigung von Schönheit und Kraft unserer Pferde.'
Ja, die Wahrheit liegt immer in der Mitte - Schwarz/Weiß-Denken tut selten gut. Und ich glaube auch, dass man sich aus jedem Bereich und von jeder Ansicht das eine oder andere mitnehmen kann, um seinen eigenen Horizont zu erweitern und die Arbeit mit dem Pferd zu bereichern.

Übrigens: Ein netter Bonus dieses Buches ist die beiliegende DVD.


*In Österreich bringt man "Natural Horsemanship" vor allem mit Reinhard Mantler in Verbindung. Ich möchte hier den Begriff jedoch nicht bezogen auf einen Trainer und das von ihm entwickelte System verstanden wissen, ich verwende ihn mangels passender Alternative vielmehr als Überbegriff für die verschiedenen Strömungen, die sich im Lauf der Zeit herauskristallisiert haben.