24.12.2016

HorseFriendShip-Adventkalender 2016 - 24. Türchen


Mark Rashid gehört zusammen mit Maren Diehl und Imke Spilker zu meiner "Pflichtlektüre". 

Da er nicht zu denjenigen zählt, die viel Aufhebens um sich und ihre Fähigkeiten machen, und da er seine Arbeit auch nicht zum Opfer aggressiver Marketingstrategien gemacht hat, nehme ich mal an, dass Mark Rashid nicht allzu vielen ein Begriff sein wird. Es lohnt sich aber, ihn und seine Arbeit durch seine Bücher zu entdecken. Unter anderem auch, weil er ein begnadeter Erzähler ist - es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Input er in vordergründig locker erzählte Geschichten verpackt, und egal wie oft ich seine Bücher jetzt schon gelesen habe, ich entdecke immer wieder etwas Neues.
Er schreibt in einer klaren, leicht verständlichen Sprache und hat die Gabe, selbst die schwierigsten Zusammenhängen in Worte zu fassen.

Die Art, wie er mit Pferden arbeitet und Probleme löst, ist einzigartig. Was er macht, ist absolut praxiserprobt, kann er doch auf eine lange Zeit als Cowboy zurückblicken, sprich, er ist jemand, für den "Arbeiten mit dem Partner Pferd" keine hohle Phrase ist, sondern eine Zeit lang sein tägliches Brot gesichert hat.
Wer ihn jetzt jedoch in die Schublade "Westernreiter" oder "Horsemanshipler" steckt, irrt sich gewaltig, Mark Rashid hat nämlich für jede Reitweise etwas zu bieten.

Was ich faszinierend finde, ist, dass man anhand seiner vielen Bücher miterleben kann, wie sich sein Zugang zu Pferden und damit auch er selbst sich im Lauf der Zeit verändert hat. Man hat ja selten die Gelegenheit, den Weg eines Profis so hautnah mitzuerleben. Aber gerade das macht ihn authentisch - weil er eben auch nicht als Meister vom Himmel gefallen ist. 
Geht man diesen Weg mit ihm, wird eines ganz deutlich: in der Arbeit mit Pferden geht es nicht so sehr darum, das Pferd zu verändern oder ihm etwas spezielles beizubringen, es kommt viel mehr auf die eigene Entwicklung an und auf die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten: derjenige, der ich im Zusammensein mit meinem Pferd sein will, muss ich auch in meinem alltäglichen Leben sein.

Mark Rashid braucht keine spezielle Ausrüstung, er verkauft auch keine angeblich neue Technik oder Methode und er bildet auch nicht scharenweise Trainer aus, die sklavisch seinen Prinzipien folgen müssen. Aber er gibt jedem Pferd und auch jedem Menschen die Möglichkeit, sich selbst zu entfalten.

(Sämtliche Bücher habe ich im englischen Original gelesen, ich weiß also nicht, wie gut die deutsche Übersetzung ist.)