"Ich bin da", sagte die Stimme, "unter dem Apfelbaum..."
"Wer bist du?", sagte der kleine Prinz. "Du bist sehr hübsch..."
"Ich bin ein Fuchs", sagte der Fuchs.
"Komm und spiel mit mir", schlug ihm der kleine Prinz vor. "Ich bin so traurig..."
"Ich kann nicht mir dir spielen", sagte der Fuchs. "Ich bin noch nicht gezähmt!"
"Ah, Verzeihung!", sagte der kleine Prinz. Aber nach einiger Überlegung fügte er hinzu: "Was bedeutet das: 'zähmen'?"
[...]
"Das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs. "Es bedeutet: sich 'vertraut machen'."
"Vertraut machen?"
"Gewiss", sagte der Fuchs. "Noch bist du für mich nichts als ein kleiner Junge, der hunderttausend kleinen Jungen völlig gleicht. Ich brauche dich nicht und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt..."
[...]
Der Fuchs verstummte und schaute den Prinzen lange an:
"Bitte ... zähme mich!", sagte er.
[...]
"Was muss ich da tun?", sagte der kleine Prinz.
"Du musst sehr geduldig sein", antwortete der Fuchs.
(Antoine de Saint-Exupéry: Der Kleine Prinz)



