Auf halbem Weg zu unserem "richtigen" Ausreitgebiet
liegt das sogenannte Waldviereck. Im Grunde handelt es sich um ein Überbleibsel
der ehemaligen Vielseitigkeitsstrecke: um das kleine Waldstück herum führt ein
mal mehr, mal weniger breiter Weg, innerhalb dessen schmalere Pfade zwei Zirkel
formen; für die Springfreudigen stehen eine Mauer aus alten Tagen und ein paar
kleinere feste Hindernisse sowie ein frei positionierbares Cavaletti zur
Verfügung.
Ich nutze das Waldviereck gerne in meinen Stunden, weil es viele Vorteile bietet.
Ich nutze das Waldviereck gerne in meinen Stunden, weil es viele Vorteile bietet.
Die Pferde lernen, sich auf unebenem Boden in den verschiedenen Gangarten auszubalancieren und sich zu konzentrieren, wenn es "querfeldein" über Wurzeln, unterschiedlich beschaffene Böden und oft auch in Schlangenlinien um die Bäume herum geht. Vom Menschen ist neben Konzentration vor allem Timing und Fokus gefragt, denn je enger die Bäume beieinander stehen, desto präziser muss das Pferd hindurchmanövriert werden - egal, ob vom Sattel aus oder an der Hand. Der für die Pferde oft monotone Alltag in Halle oder Bahn wird aufgelockert und sonst eher abstrakte Dressur- oder Bodenarbeitslektionen bekommen plötzlich eine konkrete Bedeutung. Pferd und Mensch müssen sich aufeinander einlassen und zusammenarbeiten.
Sich durch diesen kleinen Ausflug langsam an die "große
Freiheit" hinterm Stall herantasten und sich so Schritt für Schritt aufs
spätere Ausreiten vorbereiten zu können, ist von unschätzbarem Wert. Da das
Waldviereck in relativer Nähe zum Stall, auf jeden Fall aber noch im Bereich
der äußeren Koppeln liegt, gehört es für viele Pferde gerade noch zu ihrer Heimat, ist
aber auch schon so viel "Wildnis", dass es eine kleine
Herausforderung darstellt. Trotzdem müssen die Pferde nicht gleich alle
Sicherheit aufgeben, wenn sie mit ihrem Menschen ins Gelände sollen. Für die
bereits Mutigeren schließt unmittelbar ans Waldviereck eine ganz kleine
Ausreitrunde an, die auch zu Fuß problemlos bewältigt werden kann.
Und, nebenbei erwähnt, ist das Waldviereck im Sommer
angenehm kühl - was Pferd und Mensch gleichermaßen zu schätzen wissen.
Die Fotos zeigen Christine und Diego beim Üben. Die zwei
sind mittlerweile richtige Routiniers am Waldviereck, obwohl es anfangs mit
Diego alles andere als einfach war im Gelände - schon solche
"Kleinigkeiten" wie Zweige, die an den Beinen streifen, oder unter
den Hufen knackende Äste konnten ihn ziemlich aus dem Konzept bringen.
Inzwischen ist das kein Thema mehr und die beiden versuchen sich schon an
längeren Trabstrecken.