21.12.2015

Adventkalender '20 Jahre Listi & Dani' - 21. Türchen

Äußerst dramatisch beginnt das Jahr 2011, weil wir Listi beinahe verlieren. Alles beginnt damit, dass er an einem Sonntag die typischen Kolik-Anzeichen aufweist. Die Behandlung durch den Tierarzt schlägt zunächst an, am späten Abend jedoch gehts ihm wieder deutlich schlechter. Also erneuter Besuch des Tierarztes mit Blutabnahme. Wenig später dann die schlechte Nachricht: Listi hat fast keine Leukozyten mehr. Ursache unbekannt. Wir können nur hoffen, dass er die Nacht übersteht, denn wenn die Leukozyten noch mehr sinken, gibts keine Rettung mehr für ihn. Aber Listi ist tapfer und bleibt vorerst noch bei uns. Am nächsten Morgen dann neuerliche Blutabnahme, die Leukozyten sind unverändert niedrig. Ursache weiterhin unbekannt, daher kann der Tierarzt nicht gezielt behandeln. Wir schicken eine Blutprobe an die Vet (von der übrigens nach Erhalt die Frage kommt, ob das Blut von einem toten Pferd sei, weil eben kaum Leukos vorhanden sind) und hoffen weiter, dass Listi durchhält. Der Montag wird zur Zerreißprobe für uns: Gegen Mittag scheint es, als würde Listi der Welt Lebewohl sagen, aber mein tapferer kleiner Kerl entscheidet sich schlussendlich doch fürs Kämpfen. Am Nachmittag möchte er unbedingt hinaus, geht zielstrebig mit mir auf die Koppel und wiehert dort ein paar Mal. Mir läuft es eiskalt über den Rücken, denn Listi hat in all unseren Jahren kaum einmal gewiehert, es klingt irgendwie nach Abschied. Zurück in der Box verweigert er nach wie vor das Futter. Eine weitere bange Nacht folgt. Als ich am nächsten Morgen zu ihm gehe, erwarte ich das Schlimmste, aber wieder mal beweist Listi, was für ein starkes Pferd er ist: Das Heu ist aufgefressen, es liegt ein kleiner Misthaufen in seiner Box und er schaut schon wieder ein bisschen lebendiger drein. Von der Vet bekommen wir den Ratschlag, es mit einer allgemeinen Antibiose zu versuchen, weil vermutet wird, dass irgendwo im Körper eine Entzündung läuft, die die Leukos verbraucht. Zu unserem Glück schlägt die Behandlung an und Listi ist bald wieder der Alte. Und ausreichend mit Leukos versorgt.
Nach dieser Episode bin ich froh, dass Listi immer ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hatte, denn der Kampf um sein Leben hat ihn deutlich Substanz gekostet. Da er genug zum Zehren hatte, ist er jetzt Gott sei Dank nicht klapperdürr.
Im März 2011 ist Listis zweiter Geburtstag und ich bin unendlich dankbar, noch ein paar Jahre mit ihm geschenkt bekommen zu haben.

Hier gehts weiter zum einundzwanzigsten Türchen.

Listi & Paddy
wenn der Große trabt, muss der Kleine galoppieren ;)
aber im Schritt gehts

unterwegs mit Njörður