Abschied nehmen, Sterben und Tod sind keine Themen, mit denen wir Pferdebesitzer uns gerne beschäftigen. Alleine die Vorstellung, welchen Schmerz der Verlust des geliebten Pferdes auslöst, ist für manche schon zu viel. Dabei gehört der Tod so untrennbar zum Leben, wie die Geburt. Niemand lebt ewig, auch wenn wir uns das noch so sehr wünschen würden.
Und so unschön es auch sein mag, es ist notwendig und macht durchaus Sinn, sich schon zu Lebzeiten des Pferdes mit seinem Tod auseinanderzusetzen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Situation, in der man die Entscheidung treffen muss, sein Pferd gehen zu lassen, eine große Herausforderung darstellt und an die persönlichen Grenzen geht. Und nein, es wird nicht leichter dadurch, dass man ein Buch zu dem Thema gelesen hat. Aber es hilft, wenn man sich vorab schon einige Gedanken gemacht hat. Es trifft einen immer noch mit voller Wucht, aber man ist zumindest ein bisschen vorbereitet. Und ich denke, dass wir unseren Pferden das schuldig sind. Sie geben uns so viel, und es liegt in unserer Verantwortung, auch diesen letzten Weg mit ihnen zu gehen und in ihrem Sinn zu entscheiden.
Karin Müller hilft mit ihrem Buch ein wenig, dem Thema Tod seinen Schrecken zu nehmen. Die erfahrene Tierkommunikatorin zeigt nicht nur Wege, wie man mit seiner Trauer umgehen und Trost finden kann, sie bietet auch die Möglichkeit, sich vorab schon Gedanken um das gesamte Drumherum zu machen. In welchem Rahmen soll das Sterben stattfinden, wie möchte ich mein Tier gehen lassen, wie kann ich seine Seele beim Übergang unterstützen, wann ist der richtige Zeitpunkt - das sind ein paar der Fragen, auf die sie einfühlsam versucht, Antworten zu geben.
Wie schon weiter oben erwähnt, finde ich es absolut notwendig, sich früh genug Gedanken zum Thema Sterben zu machen. Es ist sinnvoll, sich zu überlegen, welche Behandlungen man seinem Pferd im Falle des Falles zumuten möchte und wo man dann doch den Schlussstrich zieht, es macht auch Sinn, sich zu überlegen, ob man sein Pferd in seiner gewohnten Umgebung gehen lassen will oder ob man eine Euthanasie in einer Klinik in Kauf nimmt etc.
Wichtig ist, dass wir für das Pferd und nicht für unsere Bedürfnisse oder für unser Ego entscheiden. Das ist schwer, aber nicht unmöglich. Und das ist das Mindeste, das wir für unser Pferd tun können, das Zeit seines Lebens so viel für uns getan hat.
