Pferde sind Herdentiere, die sich vor allem durch Körpersprache verständigen. Demzufolge sind Pferde Lebewesen, die extrem gut darin sind, auch die subtilsten Signale eines anderen Körpers wahrzunehmen. Denn das bedeutet für sie Überleben. In der Herde kommunizieren die einzelnen Mitglieder selten durch Laute, viel mehr sind es Veränderungen in der Körperspannung, hauptsächlich hervorgerufen und/oder einhergehend mit Veränderungen in der Atmung, die diese sensiblen Tiere entweder entspannt weitergrasen oder panisch flüchten lassen.
Die meisten werden jetzt sagen, ja, kennen wir schon, wissen wir. Das ist der Punkt, an dem ich mich frage, warum das dann so wenig beachtet wird im Umgang mit Pferden und auch beim Reiten.
Deswegen hat es mich doppelt und dreifach gefreut, als ich letztes Jahr in der Neuheiten-Vorschau Jenny Rolfes Buch entdeckt habe. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich mich immer freue, wenn wieder ein Buch veröffentlicht wird, das zeigt, dass Reiten so viel mehr ist als Ausrüstung, Technik und Lektionen.
Besonders schön finde ich, dass beide Aspekte des möglichen Einsatzes verschiedener Atemtechniken Eingang in das Buch gefunden haben: zum einen gibt es praktische Atem-Übungen, die den Menschen mehr zu sich selbst und in den Körper bringen sollen, zum anderen wird der gezielte Einsatz der Atmung für feines Reiten dargestellt.
Aber Vorsicht: So einfach sich das mit dem Atmen auch anhört, die tatsächliche Beschäftigung mit den unterschiedlichen Techniken kann ganz schön herausfordernd sein. Aber es lohnt sich. Für uns und für unsere Pferde.
