Bei der Beschäftigung mit Pferden steht meistens die Ausbildung im Fokus, wobei vom Menschen vorgegeben wird, was das Pferd wie wann wo machen soll; funktioniert das nicht, grübeln wir darüber nach, warum. Dann muss entweder eine neue Technik her oder ein anderer Trainer.
Wenn einmal nicht das Reiten im Vordergrund steht, beschäftigt man sich als gewissenhafter Pferdebesitzer mit dem, was das Pferd fressen darf, wie es gehalten werden muss und welche Krankheiten man am besten wie behandelt.
Nur eines steht selten im Mittelpunkt all dieser Überlegungen: der Mensch. Dabei ist es doch gerade eine tiefe, innige Verbindung, die wir uns von unserem Pferd wünschen. Diese Verbindung wird das Pferd (oder jedes andere Lebewesen) aber nur schwer aufbauen können, wenn immer nur Wert auf Technik gelegt wird.
Was das Pferd braucht, um sich wirklich mit seinem Menschen verbinden zu können, ist zum einen ein Mensch, der mit seinem ganzen Herzen (und nicht mit seinem Ego!) bei der Sache ist, und zum anderen ein Mensch, der weiß, wer er ist und wo er steht, kurz, ein Mensch, der sich selbst kennt und authentisch sein kann.
Zugegebenermaßen ist das ein sehr hoher Anspruch, aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Und auf diesem Weg kann Ulrike Dietmanns Buch ein wunderbarer Begleiter sein.
Die Heldenreise ist eine Abfolge von 11 Schritten, die mehr oder weniger jeder Geschichte, egal ob fiktiv oder real, zugrunde liegt. In diesem Buch wird sie angewandt, um mit Pferden eine Reise zu sich selbst zu unternehmen, an deren Ende steht, dass man sich selbst wieder ein Stück näher gekommen ist. Die Reise wird nicht immer bequem sein, denn eines der Ziele ist es, wahre Motive aufzudecken und sich selbst in jeder Facette kennenzulernen. Wir alle haben aber nicht nur schöne und gute Seiten.
Pferdegestütztes Erfahrungslernen ist ein spannendes Feld, und es wäre wünschenswert, dass mehr Menschen sich darauf einlassen. Weil man einfach für alle Beteiligten ein angenehmerer Zeitgenosse ist, wenn man sich selbst und seine Motive kennt. Und weil man nur dann echte Beziehungen aufbauen kann, wenn der eigene innere Kern sich öffnen darf.
Ganz abgesehen davon, dass es erstaunlich ist, was uns Pferde zeigen können, wenn wir uns in diesem Bereich auf sie ein- und auch verlassen. Pferde sind weise, und sie können so viel mehr als nur irgendwelche Lektionen zu zeigen,die man ihnen eingetrichtert hat!
