Njörður ist ein sogenannter Viergänger, das bedeutet, dass er neben den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp, noch über die Zusatzgangart Tölt verfügt, aber, im Gegensatz zu einem Fünfgänger, keine Passveranlagung aufweist. Grob gesagt, sieht die Gangveranlagung bei einem typischen Viergänger so aus: die Grundgangarten sind taktklar und jederzeit unproblematisch abrufbar, der Trab ist sicher und gut gesprungen, Galopp ein eindeutiger Dreitakt, und das Sahnehäubchen bildet der Tölt, der aber oftmals erst antrainiert werden muss.
Bei Njörður war der Tölt eindeutig die Stressgangart, die man ihm offenbar in sehr kurzer Zeit ohne die nötigen Grundlagen antrainiert hat. Entsprechend hatte er Defizite im Schritt, der vor allem nach einer längeren Töltphase sehr gebunden war, auch war ein Vorwärts-Abwärts-Strecken des Halses dann nicht mehr möglich. Wirklich irritiert hat mich allerdings
Das hat sich etwas verbessert, als wir die erste chiropraktische Behandlung hinter uns hatten. Dabei hat sich herausgestellt, dass sämtliche Wirbel komplett verschoben waren, er also gar nicht so konnte, wie er vielleicht gewollt hätte. Plus: er hatte mit Sicherheit schon lange Zeit Schmerzen beim Reiten.
Als Njörður das erste Mal nach der Behandlung ein paar Bocksprünge gemacht hat beim Angaloppieren im Roundpen, war meine Freude entsprechend groß. Und trotzdem, mit dem Galopp ist er bis heute nicht so wirklich warm geworden. Ein Miteinander im Galopp zu finden, als ich ihn noch geritten bin, war nahezu unmöglich; am besten ging es geradeaus leicht bergauf im Entlastungssitz und in freier Haltung. Konstante Anlehnung im Galopp mit leichter Formung des Halses war nur in Ausnahmefällen und dann auch immer nur für einige Meter möglich, gebogene Linien, brachten ihn häufig komplett aus dem Konzept.
Auch heute noch braucht er sehr viel Unterstützung, wenn er galoppieren soll. Wirklich sicher fühlt er sich nur dann, wenn er Führung in Form einer äußeren Begrenzung hat. Vor allem auf der rechten Hand ist es nach wie vor sehr schwierig für ihn, die Balance zu halten und in einem vernünftigen Tempo zu bleiben. An schlechten Tagen merkt man, wie sehr ihn diese Gangart stresst, weil er dann auch im Trab hinterher ein sehr hohes Tempo wählt und mit extrem hohem Hals läuft. Ich habe oft den Eindruck, dass ihm das Vertrauen in seine körperlichen Fähigkeiten fehlt, wenn es um diese Gangart geht.
Ich habe immer versucht, ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Körper so auszurichten, dass er sich wohlfühlt und die Balance halten kann. Hilfszügel zur Formung seiner Halslinie, wie sie viele bei einem Pferd wie ihm verwendet hätten, wären absolut kontraproduktiv gewesen: er braucht seinen Hals, um sich austarieren zu können. Hätte ich ihm diese Möglichkeit genommen, hätte das nicht nur seinen Körper belastet, sondern ihn auch psychisch massiv unter Druck gesetzt. Da er aber ohnehin schon sehr viel Stress in dieser Gangart hat, wäre das genau der falsche Weg gewesen.
Mit wachsender Routine konnten wir letztes Jahr einige, für unsere Verhältnisse beachtliche, Erfolge aufweisen: vor allem auf der linken Hand war es möglich, größere Volten zu galoppieren und sogar ein paar kleinere Sprünge hat Njörður sich zugetraut. Bei letzterem war ich aber extrem vorsichtig, denn mangelnde Sicherheit im Galopp wirkt sich ungünstig aufs Springen aus, auch wenn es sich nur um 50cm handelt. Ich wollte aber keinesfalls das gewonnene Selbstvertrauen im Galopp zerstören, indem ich ihn mit Herausforderungen konfrontiere, die er nicht wirklich bewältigen kann.
Wenn er ganz frei mit der Herde läuft, ist Galopp inzwischen durchaus eine Option für Njörður. Trotzdem ist es nach wie vor etwas besonderes für mich, wenn ich ihn freiwillig galoppieren sehe - und wenn er dann noch den einen oder anderen kleinen Hüpfer einbaut, freue ich mich jedesmal aufs neue darüber.
Auch heute noch braucht er sehr viel Unterstützung, wenn er galoppieren soll. Wirklich sicher fühlt er sich nur dann, wenn er Führung in Form einer äußeren Begrenzung hat. Vor allem auf der rechten Hand ist es nach wie vor sehr schwierig für ihn, die Balance zu halten und in einem vernünftigen Tempo zu bleiben. An schlechten Tagen merkt man, wie sehr ihn diese Gangart stresst, weil er dann auch im Trab hinterher ein sehr hohes Tempo wählt und mit extrem hohem Hals läuft. Ich habe oft den Eindruck, dass ihm das Vertrauen in seine körperlichen Fähigkeiten fehlt, wenn es um diese Gangart geht.
Ich habe immer versucht, ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Körper so auszurichten, dass er sich wohlfühlt und die Balance halten kann. Hilfszügel zur Formung seiner Halslinie, wie sie viele bei einem Pferd wie ihm verwendet hätten, wären absolut kontraproduktiv gewesen: er braucht seinen Hals, um sich austarieren zu können. Hätte ich ihm diese Möglichkeit genommen, hätte das nicht nur seinen Körper belastet, sondern ihn auch psychisch massiv unter Druck gesetzt. Da er aber ohnehin schon sehr viel Stress in dieser Gangart hat, wäre das genau der falsche Weg gewesen.
Wenn er ganz frei mit der Herde läuft, ist Galopp inzwischen durchaus eine Option für Njörður. Trotzdem ist es nach wie vor etwas besonderes für mich, wenn ich ihn freiwillig galoppieren sehe - und wenn er dann noch den einen oder anderen kleinen Hüpfer einbaut, freue ich mich jedesmal aufs neue darüber.
