Es hat ein wenig gedauert, bis ich ein Grundprinzip im Umgang mit Njörður wirklich verstanden und akzeptiert habe: er braucht unbedingt Freiheit, je mehr, desto besser. Das betrifft sämtliche Bereiche, angefangen bei der Haltung über jeglichen Umgang vom Boden aus bis hin zum Geritten-Werden. Je mehr Freiheit ich ihm gegeben habe, desto mehr konnte er sich entspannen. Für ihn ist das Gefühl, im Notfall jederzeit wegzukönnen, elementar, um mit schwierigen Situationen fertig zu werden. Möchte ich, dass er sich mit Unbekanntem auseinandersetzt, darf ich eines bloß nicht machen: ihn festhalten. Gebe ich ihm dagegen das Gefühl, er kann jederzeit Abstand zwischen sich und die "Gefahrenquelle" bringen, ist es ihm möglich, sich damit in Ruhe auseinanderzusetzen.
Beim Reiten hat sich ein ähnliches Muster herauskristallisiert: je weniger Equipment ich benutzt habe, desto mehr konnte er sich damit arrangieren. Je "klassischer" hingegen die Ausrüstung war, desto mehr blockierte er physisch und psychisch. Also begann ich, sukzessive unsere Ausrüstung zu minimieren, bis wir schlussendlich bei Knotenhalfter und ohne Sattel angekommen waren:

